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Kulmbach, 28.06.2002
Text: Christoph Bienert
Beim Rittermahl
Der Präsi hatte uns lange auf die Folter gespannt, nun war es endlich so weit und wir saßen um 18:20 Uhr in der S-Bahn Richtung München Marienplatz. Auf der bis dato entspannenden Fahrt fuhr auf einmal dem Manzda und uns anderen Burschen ein
Schreck durch die Glieder. Unser Kassier begann plötzlich völlig unerwartet mit dem verteilen von Blanko-Einzugsermächtigungen für den Burschenbeitrag. Von diesem Schock wieder einigermaßen erholt kamen wir nun endlich an unserem so lang ersehnten Ziel an.
Nichtsahnend standen wir bei der Feldherrenhalle und unser Präsi verkündete, dass ein Ritteressen auf uns warte. So begaben wir uns durch einen engen Eingang hinab in die Gewölbe der Welser Kuche im Feldherrenkeller. Einige, die sich in
dieser Grotte wohl schon heimisch fühlten, gefiel es sicherlich gar nicht sich die Hände waschen zu lassen. Als wir unsere Plätze eingenommen hatten und sich an manch einem Tisch ein doch rechter Freibiermangel breit machte, sorgten die Bediensteten Burschen mit niedlichen Mützchen für Abhilfe.
Diese nicht unbedingt attraktiven Ersatzweiber mussten fortan für das Wohlergehen am Tisch sorgen. Sofort fühlten wir uns alle recht wohl und genossen es zu rülpsen, mit den Fingern zu essen, zu schmatzen und wohl auch den ein oder anderen fahren zu lassen.
Das Schwarzbier floss in Strömen und die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als wir die benachbarten Engländer mit unseren Gesängen (Finale Oooh) untergehen
ließen. Als alles leider wieder dem Ende zuging und unserem Kassier die Rechnung präsentiert wurde, beschlich ihn wohl dasselbe Gefühl, wie uns zuvor in der S-Bahn. Um die gigantische Rechnung von
EURO .. zu begleichen, musste er von jedem Burschen noch glatte 10 EURO eintreiben. Trotzdem noch etwas durstig, verließen wir den für uns jetzt unvergesslichen Ort des Geschehens und jedem war wohl
klar, das dieses Ereignis für fast alle einmalig war.
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